Band 02 - PPF_09/2026

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Band 2 - Sicherung der Qualität von Lieferungen. Produktionsprozess- und Produktfreigabe (PPF), 7., überarbeitete Ausgabe, September 2026

Die 7. Ausgabe des VDA-Bandes 2 steht unter dem Leitgedanken des risikobasierten Ansatzes. Dieser Perspektivwechsel ermöglicht es, Komplexität gezielt zu reduzieren – ohne dabei die Qualitätssicherung aus dem Blick zu verlieren. Anstatt starre Nachweiskataloge vorzugeben, wird der Umfang des PPF-Verfahrens auf die notwendigen Nach-weise für das freizugebende Produkt beschränkt. Dies erlaubt, Nach-weise gezielter einzusetzen, Abweichungen differenziert zu bewerten und den Dokumentationsaufwand zu verringern. So wird nicht nur die Anzahl der vorzulegenden Nachweise reduziert, sondern auch die Referenzierung auf bestehende Nachweise ermöglicht. Gleichzeitig wird die Anzahl der Formulare verringert. Die Anwendung des risikobasierten Ansatzes folgt der ISO 9001 und einer Entwicklung, die sich bereits in anderen VDA-Bänden abzeichnet – im Einklang mit der automobilen Praxis in der Automobilindustrie.

Mit der ersten Ausgabe des VDA-Bandes 2 1975, also vor über 50 Jahren, wurden erstmals Rahmenrichtlinien für die Beurteilung der Qualitätsfähigkeit von Lieferanten, die Prüfung von PPF-Mustern und die Qualitätsbewertung von Serienteilen im Wareneingang definiert. Die zweite Ausgabe von 1995 beschrieb die Vorgehensweise zur Beurteilung der Qualitätsleistung von Serienlieferungen und zu PPF-Mustern grundlegend. 1998 folgte mit der dritten Ausgabe die Angleichung an internationale Qualitätsstandards.  Die vierte Ausgabe von 2004 überarbeitete das Verfahren umfassend, insbesondere im Hinblick auf Materialdatenblätter und das IMDS. Mit der fünften Ausgabe im Jahr 2012 wurde das PPF-Verfahren neu strukturiert, um Anforderungen für neue oder geänderte Lieferumfänge klarer zu beschreiben. Die sechste Aus-gabe von 2020 legte den Fokus auf die Zusammenarbeit zwischen Organisation und Kunde hinsichtlich Umfang, Inhalt und Zeitplan des PPF-Verfahrens sowie auf den Wegfall der Vorlagestufen und der bedingten Freigabe.

Die vorliegende siebte Ausgabe führt diesen Weg konsequent weiter. Sie wurde u. a. in Abstimmung mit dem VDA-Werkstoffausschuss erarbeitet und berücksichtigt aktuelle Empfehlungen wie die Handlungsempfehlung „Multiple Source“ (VDA 210-300). Außerdem wurden Ansätze zum digitalen Datenaustausch in der Werkstoffbemusterung (VDA 231-300/301) sowie Ansätze zum Änderungsmanagement aus der Hardware-Deltaqualifikationsmatrix (VDA 210-200 HW-DQM) berücksichtigt. Ein weiterer Meilenstein ist die Entwicklung eines Online-Tools für das PPF-Verfahren, das die bisherigen Excel-Vorlagen ablöst und den Weg in die digitalisierte Zukunft ebnet. Dieses Tool ist über den Webshop des VDA QMC verfügbar. Abschließend wurde im Rahmen der Erarbeitung dieser Ausgabe auch eine mögliche Harmonisierung mit der AIAG-Methode „PPAP“ diskutiert. Die deutsche Automobilindustrie zeigt sich offen für eine Annäherung beider Verfahren mit dem Ziel, langfristig einen gemeinsamen internationalen Standard für die Produktionsprozess- und Produktfreigabe zu etablieren.

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